Der Weg des Plattensees vom Wildwasser zum „ungarischen Meer“
Bis ins 19. Jahrhundert hinein war der Plattensee eher ein Problem als ein Erholungsort. Denn wegen seiner von Sümpfen geprägten Ufer und häufigen Überschwemmungen wandten sich viele Ortschaften von ihm ab. Der Kult um das „ungarische Meer” entstand erst in der Reformzeit. Der Wasserstand des Plattensees schwankte über Jahrhunderte hinweg stark. Das erschwerte die Landwirtschaft und den Verkehr an seinen Ufern. Daher galt er lange Zeit als unberechenbarer Naturfaktor, der nur Probleme verursachte. Die ab dem 19. Jahrhundert beginnenden Wasserbauarbeiten sowie die Entwicklung des Verkehrs und der Badekultur veränderten jedoch nach und nach das Bild, das man von ihm hatte. Statt des früheren „gefährlichen Wassers“ wurde es zunehmend zu einem Symbol des nationalen Stolzes und der Erholung.