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Abenteuer in den entlegensten Landschaften des Landes: die Őrség und das Vendvidék (Wendisches Land)

ŐrségBük - Sárvár

Beide sind Teil des Őrség-Nationalparks und verheißen magische Wanderziele. Der westlichste Teil des Landes ist von allem weit abgeschieden, deswegen wird ihr Besuch hier unvergesslich. 

Die zwei ethnografischen Regionen sind leicht zu verwechseln. Das Vendvidék (Wendisches Land) wird auch als Rábavidék (Land beim Fluss Raab) bezeichnet und das Zentrum der Region ist Szentgotthárd. In den umliegenden Dörfern leben nur 3.000 Einwohner. Es bildet den westlichsten „Zipfel“ des Landes. Die Őrség liegt etwas südlicher und die Landesfläche ist größer, aber ein Teil von beiden Regionen erstreckt sich über die Grenze nach Slowenien in die Muravidék (Übermurgebiet). Sie liegen zwar dicht nebeneinander, sind aber ethnografisch unterschiedlich. 

Das Vendvidék (Wendisches Land) ist nach der hier lebenden slowenischen Bevölkerung benannt worden. Die Wendische Bevölkerung wurde von den Zisterziensermönchen angesiedelt. Die Mönche gründeten ein Kloster im Zentrum der Region, in Szentgotthárd. Das Vendvidék (Wendisches Land) ist der letzte Ort in Ungarn, an dem die Sonne aufgeht. Dank seiner Lage war es während der sozialistischen Ära ein abgesperrtes Grenzgebiet, so dass die schädlichen Auswirkungen von Verstaatlichung und Einteilung in landwirtschaftliche Genossenschaften vermieden werden konnten. Dadurch blieben die Wälder und die Schätze der Natur unberührt. Das Sumpfgebiet rund um den Schwarzen See in Orfalu konnte nur unter außergewöhnlichen Umständen überdauern: Sein Ursprung geht auf die letzte Phase der Eiszeit zurück und wegen seinen Pflanzenraritäten gehört er zu einem der am meisten geschützten Naturschätze Ungarns. Über ihn kursieren zahlreiche Legenden. Hier sollte einmal eine ganze Kirche von dem Sumpf „verschluckt“ worden sein - denn in dem Morast war es in der Tat sehr leicht zu versinken.  

Die märchenhaften, ungestörten Wälder von Vendvidék (Wendisches Land) sind ein seltener Anblick in Ungarn und dank des feuchten Wetters kann man hier viele Speisepilze finden. In den kleinen Dörfern wohnen nur wenige Leute und sie können mit dem Fahrrad oder zu Fuß bereist werden. In Felsőszölnök, dem westlichsten Dorf des Landes, befindet sich der Stein zum Dreiländereck. Dieser wurde im Jahr 1922 nach dem Friedensvertrag von Trianon an der Grenze zwischen Ungarn, Österreich und Slowenien errichtet. Hier ist es möglich innerhalb einer Minute drei Länder zu betreten. In Apátistvánfalva befindet sich eine der schönsten Kirchen der Region. DiebarockeKirche wurde nach dem Heiligen Stephan Harding(Einer der Gründungsväter des Zisterzienserordens) benannt. Hier finden sie auch das Museum der Grenzwache und das Ökotourismus-Informationszentrum der Nationalparkverwaltung Őrség.  

Die Őrség unterscheidet sich von der Vendvidék (Wendisches Land) vor allem durch ihre einstigen Bewohner und ihre Siedlungsstruktur. Letztere ist durch Streusiedlungen mit weit voneinander entfernten Häusern gekennzeichnet, wogegen in der Őrség die Häuser in Häusergruppen, den sogenannten „szer" agglomeriert sind. Seit der Landnahme ist die Aufgabe der Bewohner des Gebiets Wache zu halten, daher der Name des Gebiets Őrség (Wache). Őriszentpéter, das Zentrum von Őrség, besteht beispielsweise aus neun „szer“ (kleine Siedlungen). Die wichtigste Sehenswürdigkeit ist hier die romanische Heiliger Petrus Kirche ist. Ein Denkmal, auf das man nicht verzichten sollte, ist die frühgotische Kirche in Velemér aus der Arpaden Zeit, deren Gemäuer mit der größten in einem Stück erhalten gebliebenen mittelalterlichen Wandmalerei Ungarns geschmückt ist. 

In der Őrség begegnen sie Glockenstühlen, sich in die hügelige Landschaft schmiegende denkmalgeschützte Häuser und Obstgärten. Es lohnt sich auch mit PKW unterwegs zu sein. Szalafő ist die authentischste Siedlung der Region, in der sie die typischen Häuser der Gegend an ihrem ursprünglichen Standort und mit historischen Möbel in dem Freilichtmuseum des Őrségi Népi Műemlékegyüttes (Volks-Denkmalsiedlung Őrség) in Pityerszer besichtigen können. Während ihres Besuches können sich die Kinder bei Handwerks-Workshops beschäftigen und auf den Spielplätzen vergnügen. In Pankasz finden sie das schönste Beispiel von umsäumten Glockenstühlen, die das Symbol der Őrség sind. Das typische Volkshandwerk von Őrség, die Töpferei, wird in Magyarszombatfa in einem Bauernhaus aus dem Jahr 1790 vorgestellt, in dem Töpferhaus von Magyarszombatfa. In Szentgyörgyvölgy verbirgt die von außen schlicht erscheinende reformierte Kirche, ein fabelhaft dekoriertes Interieur mit blauen Kassetten. Sie sollten unbedingt hinein schauen!

In der Őrség gibt es viele Möglichkeiten, die einzigartigen Volkstraditionen kennenzulernen, ganz zu schweigen von der berühmten Küche: Steinpilzsuppe mit Sterz, Salat mit Kürbiskernöl, Dödölle (Eine Art Schupfnudeln), Mohn-Kürbis-Strudel, Kölesmálé (Eine Art Hirsekuchen) und Hirse-Brei-Suppe. Auch die berühmten Veranstaltungen wie das Hétrétország, das Internationale Kürbisfestival Őrség und das Internationale Töpfertreffen sind ein guter Anlass für einen Besuch in der Őrség und in Vendvidék (Wendisches Land). Wenn sie Zeit haben, sollten sie unbedingt Szentgotthárd besuchen: Die schöne Barockkirche der Zisterzienser ist einen Besuch wert und in dem Klostergebäude daneben ist das Rathaus untergebracht. In Szentgotthárd gibt es auch ein beliebtes mediterranes Thermalbad, die meisten Besucher kommen deswegen in die Stadt. 

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