Burg Eger

Blick auf die Stadt vom Schloss
Eger
Region Eger

Burg Eger unterband im Mittelalter den Vormarsch der osmanischen Armee und lädt Sie auf eine Zeitreise ein. Die Festung ähnelt der Mauer in Game of Thrones, und ihre Belagerung war so blutig wie die Schlacht von Maldon!

Die Festung ähnelt der Mauer in Game of Thrones, und ihre Belagerung war so blutig wie die Schlacht von Maldon! Die erfolglose Belagerung war der erste Rückschlag für die scheinbar unaufhaltsame osmanische Armee, sie war eine Art mittelalterliche „Schlacht um Stalingrad“. Die Burg Eder sicherte über 100 Jahre lang die Grenze des christlichen Europas, bis sie schließlich 50 Jahre nach der Belagerung durch die osmanische Armee erobert wurde. Bei der Belagerung stand viel auf dem Spiel: Sie entschied darüber, ob das katholische und protestantische Europa vor der muslimischen Landnahme unter Süleyman dem Prächtigen geschützt werden konnte.

In diesem Sinne ging es in der Schlacht nicht nur um Kriegsbeute, sondern auch um die Religion Europas. Hauptmann István Dobó , der später den Beinamen „Herkules der Christenheit“ erhielt, ließ die Siedlung von Eger rund um die Burg niederbrennen, damit die Belagerer die Häuser nicht als Deckung nutzen konnten. Die Bürger mussten in die Burg einziehen, deren Speisekammern mit Lebensmitteln für ein halbes Jahr gefüllt waren.

Die Turmspitze der Basilika im Burghof wurde zu einer Geschützstellung umfunktioniert. Die Verteidiger waren mit den typischen Handfeuerwaffen der damaligen Zeit ausgerüstet: neben Luntenschloss- und Steinschlossgewehren vor allem Arkebusen. Letztere mussten beim Abfeuern auf eine Gabel gestützt werden. Die Verteidiger hatten jedoch auch eine Geheimwaffe: die „Salvenflinte“, ein Satz von 28 Arkebusen, die auf einem hölzernen Gestell mit Rädern befestigt waren – eine Vorrichtung, die aussah, als wäre sie von Leonardo Da Vinci erfunden worden!

Als die Munition knapp wurde, wurden Eindringlinge, die versuchten, die Burgmauern zu erklimmen, mit heißem Teer begrüßt, und Frauen kämpften an der Seite von Männern. Die Burg hielt einem Angriff stand, in dem die Angreifer zahlenmäßig fünfzehnfach überlegen waren! Kommen Sie und entdecken Sie diese Burg! Die osmanische Armee hatte 140 Kanonen zur Unterstützung der Belagerung, die Verteidiger wiederum hatten nur 24 Kanonen. Doch die unerschütterliche Widerstandskraft und Entschlossenheit der Verteidiger sorgten im Zusammenspiel mit dem Einbruch des Winters, einer Nahrungsmittelknappheit und einer verheerenden Seuche im osmanischen Lager dafür, dass die Belagerer gezwungen waren, ihre Pläne aufzugeben und sich zurückzuziehen.

Die Renovierung und der Wiederaufbau der stark beschädigten Festung unter der Leitung der Meisterarchitekten Francesco Pozzo und Martino Remiglio wurde erst in den 1560er Jahren abgeschlossen. Paulo Mirandola leitete den Ausbau der äußeren und inneren Burg. Die Rondelle der Burg wurden dabei durch fünfeckige italienische Bastionen ersetzt. Heute beherbergt die Burg im Herzen von Eger ein Heimatmuseum. Zum Burgkomplex gehören außerdem der im gotischen Stil erbaute und später um Renaissance-Elemente ergänzte Bischofspalast, der auch die örtliche Kunstsammlung, ein Wachsfigurenkabinett mit mittelalterlichen Figuren sowie ein Foltermuseum beherbergt. Die Stadt Eger ist daneben auch für ihren Wein berühmt. Die ersten Weinberge an den Hängen um Eger wurden zwischen dem 13. und 14. Jahrhundert angelegt. Eine Zisterziensergemeinschaft, die sich in der Region niederließ, pflanzte die Weinberge an, um Wein für ihre liturgischen Zeremonien zu produzieren. Die Region war zu dieser Zeit bereits Sitz einer großen Diözese, die mit der kirchlichen Verwaltung von ganz Nordost-Ungarn betraut war. Durch ein königliches Dekret standen der Kirche und den zivilen Behörden ein Zehntel (Zehnt) des in der Region produzierten Weins zu. Später brachten die vor der türkischen Besatzung aus ihrer Heimat geflohenen Raskianer (eine serbische Minderheit) die rote Rebsorte Kadarka und die Methode Maischegärung zur Herstellung von Rotweinen in die Region. Dies führte zur Popularität der roten Rebsorten im 17. Jahrhundert, wodurch die Bedeutung der weißen Trauben in der Region zurückging. Auf diese Weise wurde der Rotwein Bikavér, Erlauer Stierblut genannt, zum berühmtesten Wein einer Region, deren Klima und ökologische Merkmale eigentlich förderlicher für weiße Rebsorten sind. Bikavér ist eine Kombination aus mehreren roten Traubensorten. Historisch gesehen waren dies oft verschiedene Kadarka-Sorten, heute wird zumeist Kékfrankos (Blaufränkisch) verwendet. Weitere berühmte Weine der Region sind der Egri Leányka (Erlauer Mädchen), der Debrői Hárslevelű (Lindenblättriger) und der Verpeléti Olaszrizling (Welschriesling). Ein Abstecher ins 90 Min. von Budapest entfernte Eger darf auf keiner Urlaubsreise fehlen. Für ein vollständiges Eger-Erlebnis sollten Sie eine Übernachtung einplanen, damit Sie diverse Weine in den Weingütern verkosten und komplett in die Atmosphäre einer glorreichen – wenn auch vergangenen – Ära eintauchen können.

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