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Kuriositäten und Mythen, die Sie noch nicht über das Rudas-Bad wussten

Rudas-Bad BudapestGroßraum Budapest

Das Rudas-Bad verbindet das architektonische Erbe aus osmanischer Zeit mit dem Komfort eines modernen Wellnessbads. Dieses türkische Bad ist das älteste in Budapest und Ungarn, das ununterbrochen in Betrieb ist. Wenn Sie unter der Kuppel in das Dämmerlicht eintauchen, können Sie sich nicht nur verwöhnen lassen, sondern auch einen Einblick in die reiche Geschichte des Bades gewinnen – und denken Sie daran, dass auch der erste ungarische Olympiasieger, Alfréd Hajós, hier im Rudas trainiert hat.

Jahrhunderte-alte Gemäuer hüten das Geheimnis des Namens „Rudas“

Die genaue Herkunft des Namens des Rudas-Bades am Brückenkopf der Elisabethbrücke in Buda ist bis heute nicht vollständig geklärt. Eine der am weitesten verbreiteten Erklärungen besagt, dass sich der Name auf das lange Ruder einer Fähre zurückführen lässt, die Badegäste von Pest nach Buda beförderte. Dies wird sowohl durch die Lage am Donauufer als auch durch die damaligen Verkehrsverhältnisse gestützt. Anderen historischen Quellen zufolge könnte der Name auch von einem ehemaligen Besitzer oder einem alten Familiennamen stammen. Der Name „Rudas” bleibt eines der ungelösten Rätsel der Bädergeschichte von Buda. Die seit der Römerzeit blühende Badekultur in Ungarn hält für die Nachwelt noch weitere, ähnlich spannende Rätsel bereit.

Rudas-Bad

Das älteste, ununterbrochen betriebene Bad Ungarns

Das türkische Bad ist eines der schönsten Denkmäler der osmanischen Zeit in Budapest. Das Bad wurde zwischen 1566 und 1572 von Sokollu Mustafa Pascha, dem Gouverneur des Vilayets von Buda, errichtet. Während der türkischen Fremdherrschaft war Buda ein bedeutender Kurort und das Rudas-Bad zählte zu den wichtigsten Bädern. Was dieses Bad wirklich einzigartig macht, ist die Tatsache, dass es seit seiner Errichtung im 16. Jahrhundert ununterbrochen in Betrieb ist – von der Zeit der türkischen Herrschaft über die Habsburgerzeit bis hin zur Zeit des modernen ungarischen Staates. Die Dokumente des Ungarischen Nationalarchivs sowie das Denkmalregister bestätigen, dass das Rudas-Bad eines der ältesten, ununterbrochen betriebenen Bäder Ungarns ist.

Lichtspiele an den Wänden und auf dem Wasser

Bis heute hat der Innenraum seine ursprüngliche osmanische Struktur bewahrt: Über dem zentralen, achteckigen Becken wölbt sich eine Kuppel mit einem Durchmesser von zehn Metern, die von acht massiven Säulen getragen wird. Durch acht kleinere und eine größere runde Glasöffnung in der Kuppel fällt das Licht herein und schafft ein sanftes Dämmerlicht. Diese Atmosphäre hat sich in fast fünfeinhalb Jahrhunderten nicht verändert, sodass die Badegäste auch heute noch die gleichen besonderen Lichteffekte genießen können wie die Gäste des Bades vor Jahrhunderten. 

Tradition und Moderne – eine einzigartige Badeordnung

Die Badekultur nimmt in Ungarn einen besonderen Platz im Alltag ein und einer ihrer repräsentativsten Vertreter ist gerade das Rudas. Gemäß der Hausordnung folgt das Bad einer besonderen Einteilung, die klassische osmanische Traditionen mit zeitgenössischen europäischen Ansprüchen verbindet. Das türkische Bad ist am Dienstag ausschließlich für Frauen zugänglich. Montags, mittwochs, donnerstags und freitags gibt es im türkischen Bad einen morgendlichen Zeitraum, der ausschließlich Männern vorbehalten ist; den Rest des Tages ist der Zugang beiden Geschlechtern offen. Das Bad ist am Wochenende für Männer und Frauen vollständig zugänglich, jedoch nicht für Personen unter 14 Jahren.

Rudas-Bad

Der erste ungarische Olympiasieger hat sich ebenfalls hier vorbereitet

Nur wenige vermuten, dass das Rudas nicht nur aus architekturhistorischer, sondern auch aus sportgeschichtlicher Sicht ein herausragender Ort ist. Die Verbindung zwischen Alfréd Hajós und dem Rudas-Bad reicht bis zu den Olympischen Spielen 1896 in Athen zurück. Laut zeitgenössischen Aufzeichnungen und der Biografie-Datenbank des Ungarischen Olympischen Komitees nutzte Alfréd Hajós während seiner Vorbereitung in Budapest auch die Becken des Rudas-Bads. Bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit gewann Hajós sowohl im 100-Meter- als auch im 1200-Meter-Freistilschwimmen die Goldmedaille und wurde damit Ungarns erster Olympiasieger. Zu jener Zeit gab es kaum moderne Sportschwimmbäder und die Thermalbäder dienten nicht nur der Erholung, sondern auch dem intensiven Training.

Das wärmste Schwimmbecken in Budapest

Auch der Schwimmbereich des Rudas ist einzigartig: Hier befindet sich das wärmste Schwimmbecken von Budapest mit einer Wassertemperatur von 29 °C. Die Thermalquellen des Bades fördern 21 bis 42 °C warmes Heilwasser, das reich an Calcium, Magnesium, Hydrogencarbonat und Sulfat ist. Dieses türkische Bad unterscheidet sich von anderen Einrichtungen in Budapest dadurch, dass es sowohl Thermalwasserbecken als auch Schwimmbecken an einem einzigen Ort in einem authentischen, historischen Ambiente bietet. Eine weitere Besonderheit des Rudas-Bades ist der mit Thermalwasser gefüllte Whirlpool im Dachgeschoss auf der Südseite. Von dort aus können die Badegäste einen herrlichen Panoramablick auf die Seite von Pest, auf der anderen Seite der Donau, genießen. 

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