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Széchenyi-Bad – interessante Fakten über das legendäre Thermalbad in Budapest, die nur wenige kennen

Széchenyi-Thermalbads BudapestGroßraum Budapest

Seit mehr als einem Jahrhundert empfängt das „Szecska“ mit seiner prächtigen gelben Neobarockfassade im Herzen des Stadtwäldchens die Besucher:innen. Lange Zeit war es einer der größten Badekomplexe Europas und auch heute zählt es noch immer zu den Spitzenreitern unter den Thermalbädern. Wir zeigen Ihnen, warum!

Von einem artesischen Brunnen zu einem weltberühmten Thermalbad – wie entstand das „Szecska“?

Die Geschichte des Széchenyi-Thermalbads reicht bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zurück: Zwischen 1868 und 1878 bohrte der Bergbauingenieur Vilmos Zsigmondy den ersten artesischen Brunnen. Das Ergebnis war überwältigend: Das Thermalwasser brach aus einer Tiefe von 970 Metern mit einer Temperatur von 74,5 °C an die Oberfläche. Während der Entwurfsphase wurde das Gebäude noch als „artesisches Bad” bezeichnet. Das heutige Hauptgebäude im neobarocken und eklektischen Stil wurde nach den Plänen von Győző Czigler errichtet und am 13. Juni 1913 für die Öffentlichkeit eröffnet – ab diesem Zeitpunkt beginnt die Geschichte des ältesten Bades von Pest. 

Eines der berühmtesten Thermalbäder Europas – mit beeindruckenden Zahlen

Das Széchenyi-Bad gilt nicht nur in Budapest als etwas Besonderes. Lange Zeit war es einer der größten Badekomplexe Europas – heute übertreffen ihn Wellness- und Aquaparks an Größe –, doch in der Kategorie der Thermalbäder ist er einzigartig, da seine Gesamtfläche über 6000 m² beträgt. In der Hochsaison, in den Sommermonaten, kann es bis zu 4000 Gäste gleichzeitig aufnehmen; jährlich besuchen etwa eineinhalb Millionen Menschen das Bad – darunter zahlreiche internationale Touristen –, weshalb es verständlich ist, warum es zu einem der bekanntesten Wahrzeichen von Budapest geworden ist. Die Anzahl der Becken im Széchenyi-Bad ist beeindruckend, denn neben den drei riesigen Außenbecken können die Gäste in weiteren 15 Innenbecken baden.

Széchenyi-Thermalbads

Das Geheimnis des Thermalwassers – was hat es eigentlich zu bieten?

Die einzigartige Zusammensetzung des Thermalwassers im Széchenyi-Bad macht diesen Ort so besonders. Das Thermalwasser aus dem zweittiefsten Brunnen von Budapest sprudelt aus einer Tiefe von 1.240 Metern aus der heißesten Thermalquelle Europas mit einer Temperatur von 77 °C. Es besitzt eine besondere Heilkraft. Das Thermalwasser des Széchenyi-Bades hat sich dank seines Gehalts an Calcium-Magnesium-Hydrogencarbonat, Sulfat, Fluorid und Metaborat auch in der Medizin Anerkennung verschafft. Durch diese komplexe mineralische Zusammensetzung eignet sich das Wasser zur Behandlung von Erkrankungen des Bewegungsapparats, Gelenksentzündungen, Rheuma und Beschwerden des Nervensystems. Das Bad verfügt über ein offizielles medizinisches Profil, sodass das Baden auf ärztliche Verordnung hin als Kur verschrieben werden kann.

Acht Millionen Kubikmeter – die Kraft des fließenden Wassers

Die Anzahl der Becken im Széchenyi-Bad ist auch aufgrund der Wassermenge, die durch sie fließt, bemerkenswert: Jährlich fließen fast 8 Millionen m³ Thermalwasser durch die 18 Becken. Das bedeutet, dass sich das Wasser des Bades ständig erneuert und in ständiger Bewegung ist. Um den Wasserfluss aufrechtzuerhalten, betreibt das Bad einen eigenen Maschinenraum und ein Filtersystem. Den Rohstoff, das Thermalwasser, liefert die Natur kostenlos aus einer Tiefe von fast eineinhalb Kilometern.

Széchenyi-Thermalbads

In diesem Wasser badet auch das Nilpferd des Zoologischen und Botanischen Gartens der Hauptstadt

Besonders interessant ist, dass die Zusammensetzung des Thermalwassers im Széchenyi-Bad an einer der Quellen dem Mineralhaushalt und dem leicht radioaktiven Salzgehalt des Wassers des Nils außerordentlich ähnlich ist. Es ist also kein Zufall, dass das Nilpferd im Zoologischen und Botanischen Garten der Hauptstadt sein Badewasser aus dieser Quelle bekommt.

 

Los geht's also zum „Szecska“, das zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert ist!

 

 

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