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Schloss Széchenyi, Nagycenk

Schloss SzéchenyiNagycenkRegion Sopron

Nagycenk, wo sich Schloss Széchenyi befindet, liegt direkt an der österreichischen Grenze im nordwestlichen Zipfel Ungarns. Das von einem Park umgebene Schloss war die Residenz der berühmten Adelsfamilie Széchenyi, zu deren Mitgliedern wichtige Persönlichkeiten der ungarischen Geschichte gehörten. Der Bekannteste unter ihnen ist Graf István Széchenyi, der sich sein ganzes Leben lang der Entwicklung Ungarns widmete und sich damit den Namen „Größter Ungar“ verdiente. 

Es war István Széchenyis Vater, Ferenc Széchényi, der das Herrenhaus in Nagycenk zum dauerhaften Wohnsitz der Familie machte. Ferenc Széchényi zog mit seiner Frau 1783 in das ursprünglich im Barockstil erbaute Herrenhaus und brachte seine umfangreiche Kunstsammlung und Bibliothek mit. Als das Schloss umgebaut wurde, war ein neues zweistöckiges Gebäude geplant, doch Ferenc Széchényi hielt dies für zu pompös, weshalb er einen anderen ungarischen Baumeister beauftrage, einen neuen Entwurf zu erarbeiten, auf dessen Grundlage dann das Schloss im klassizistischen Stil 1799 erbaut wurde. Ferenc Széchényi vererbte das Schloss, das umliegende Anwesen und sechs weitere Siedlungen an István, einen seiner drei Söhne. Der junge Széchenyi hatte auf Studienreisen einige der größten europäischen Städte besucht und Studienreisen nach München, Paris und London absolviert. Aufgrund seiner dortigen Erfahrungen und Beobachtungen leitete er in Ungarn eine Reihe von Maßnahmen ein, um die Schaffung eines modernen Ungarns zu fördern. 

Das Schloss in Nagycenk verfügte über zahlreiche zur damaligen Zeit äußerst moderne Ausstattungen, darunter ein zu jener Zeit seltenes Badezimmer und selbst eine Spültoilette, und sämtliche Zimmer waren mit einer Gasbeleuchtung ausgestattet. Die Bauarbeiten an dem Schloss wurden nach dem Tod von István Széchenyi im Jahr 1860 vollendet. Danach beaufsichtigte sein Sohn Béla den Bau des Blumenhauses. Das Gebäude wurde 1944 durch britische Bombenangriffe beschädigt und in den darauffolgenden Jahrzehnten verschlechterte sich der Zustand des Schlosses dramatisch. 

 


Über die Jahrhunderte hinweg wurde an dem Herrenhaus eine Reihe von Umbauarbeiten durchgeführt. Das István-Széchenyi-Gedenkmuseum wurde 1973 nach der Restaurierung des Gebäudes eröffnet. Die Dauerausstellung bietet einen Einblick in den Alltag der Familie Széchenyi und zeigt die wichtigsten Ereignisse und Lieblingsobjekte aus dem Leben von István Széchenyi. Hier können Sie unter anderem das Miniaturgemälde von Széchenyis Frau bewundern, das der Graf immer bei sich trug, sowie eine Marmorbüste des Grafen, die kurz vor seinem Tod gemeißelt wurde. Im Ostflügel des Schlosses, in dem einst die Ställe des Grafen untergebracht waren, erwartet die Besucher eine Sammlung von Wagen und Kutschen.  

 


Schloss Széchenyi in Nagycenk wurde 2016 zu einem nationalen historischen Denkmal erklärt. Das im klassizistischen Stil erbaute Mausoleum der Familie Széchenyi in Nagycenk im Friedhofsgarten der Pfarrkirche ist ein Wallfahrtsort und ebenfalls einen Besuch wert. 

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