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Am Martinstag zu schlemmen ist nicht nur erlaubt, sondern verpflichtend

Am 11. November, dem Martinstag, sollten wir Gänsebraten essen und neuen Wein trinken, wenn wir uns an die Tradition halten würden - aber warum sollten wir das nicht tun? Führen Sie neue Feiertage in Ihr Leben ein und entdecken Sie ein Stück unserer Tradition!

Der Martinstag ist ein sehr komplexes Fest - mit kirchlichen, volkstümlichen und sozialen Bezügen. Einerseits war in der alten bäuerlichen Welt die Ernte auf den Feldern etwa im November eingebracht und zu diesem Zeitpunkt erhielten die Knechte ihren Jahreslohn. Außerdem war es am Martinstag nicht erlaubt, zu putzen, zu waschen und Wäsche aufzuhängen, weil dies zur Viehsterben führen würde - es gab also einen guten Grund und Anlass zu feiern. Der Saus und Braus am Martinstag war auch das letzte große Fest vor dem vierzigtägigen Adventsfasten, das damals streng eingehalten wurde. 

Doch wer war der legendäre Martin?

Er war ein wichtiger Missionar, ein Bettler und ein Soldat, ein heiliger Mann, dessen Wege von Wundern begleitet waren. Seine Gefolgschaft wollte ihn zum Bischof von Tours wählen, aber er versteckte sich bescheiden in einer Scheune vor den Gesandten, die zu ihm kamen - doch die Gänse dort schnatterten und verrieten sein Versteck. Der 11. November, der Festtag des heiligen Martin von Tours, ist in Ungarn und anderen Ländern mit zahlreichen Volksbräuchen und Volksgläubigkeit verbunden.

Gehen wir auf Nummer sicher!

Dem ungarischen Aberglauben zufolge: "Wer am Martinstag keine Gans isst, muss das ganze Jahr über Hunger leiden". Nun, das wollte niemand riskieren und so wurden die schmackhaftesten Gänse-Rezepte geschaffen. Gänsebraten mit gedünstetem Kraut, Gänsesuppe, Gänseleber in Fett, Gänsekeule mit Knoblauch, Gänsekoch mit Gerstel, gefüllte Gans mit Semmel- oder Kartoffelknödel... Die Liste ist lang! Ich glaube, Sie haben bereits Hunger.

 

Ein anderes ungarisches Sprichwort lautet wie folgt: "Wenn schon Gans, dann fett!" Das wissen auch die Gastronomen. Wenn Sie also am Martinstag (und sogar schon Tage vorher) in ein Restaurant gehen, werden Sie überall im Land ein hervorragendes Ganslessen serviert bekommen. Die Winzer präsentieren den „Martinsbecher“, die neuen Weine, die gerade bis November ausgereift sind und verführen Sie dazu, die frischen Aromen und Geschmacksnoten zu probieren. Lassen Sie sich verführen!     

Ganslessen

In den ländlichen Städten und Dörfern werden Gänsetage und kleinere Feste veranstaltet und die Hotels werben mit speziellen "Gansl"-Programmen. Im Spätherbst und Frühwinter kann man sich schon in den Wellness-Einrichtungen wohlfühlen: Im warmen Thermalwasser baden oder aus dem Saunafenster auf die noch goldenen und immergrünen Bäume schauen. In den Unterkünften gibt es für die Kinder zahlreiche Bastelangebote zum Martinsfest.  

+1 Tipp:

In Szombathely wird das Fest des Heiligen Martin besonders gefeiert, denn hier, auf dem Gebiet des alten Savaria, wurde um 316 der spätere Bischof von Tours geboren. Deshalb wird jedes Jahr ein Lichterumzug nach deutschem Vorbild organisiert, um das Licht der guten Taten zu den Menschen zu bringen, so wie es einst der Heilige Martin tat.

KENNEN SIE SICH AUS WIE EIN UNGAR